Good Practice: Wie wir einen Leitfaden zur Suizidprävention beim „Standard“ entwickelt haben

Für den Newsdesk beim „Standard“ gibt es seit einigen Monaten einen Leitfaden, wie man mit Berichten umgeht, die einen Suizid zum Thema haben. Er ist das Produkt eines Workshops mit zwei Suizidologen, den interessierte Mitglieder der Redaktion im Jänner besucht haben. Der Leitfaden ist eine sehr kurze, sehr einfach gehaltene Schritt-Für-Schritt-Anleitung für schnelle Entscheidungen. Und: Die Teilnehmer des Workshops sind unten als Kontakt angegeben, falls die Diensthabenden Fragen haben. So wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Berichte über Suizid(e) auf eine Art und Weise publizieret werden, die das Risiko von Nachahmungen minimieren. Für die JournalistInnen bietet der Leitfaden einen Mehrwert gegenüber bestehenden Leitfäden von Suizidologen, weil er in der Redaktion entstanden ist, von der Chefredaktion unterstützt und beschlossen wurde – und an die täglichen Abläufe in der Redaktion angepasst ist. Seit die Regelung gilt, konnten viele problematische Berichte vor Veröffentlichung entschärft werden. Das alles ist nicht perfekt, alleine, weil Berichterstattung und Suizidprävention immer ein Spannungsfeld bilden. Aber es ist ein guter Ansatz, eine praktikable Lösung und wert, vorgestellt zu werden – in der Hoffnung, dass sich andere Redaktionen auch Gedanken dazu machen.